zur Gemeindeseite


 
Rund um die
        Dorper Kirche:

Home

Gottesdienste

Veranstaltungen

Der Altarraum

Das Buch zur
Dorper Kirche

Geschichte


Impressum

  „Eine gewagte Mischung”
  Die Dorper Kirche als Buchprojekt

Das Buch ist in der Dorper Kirche erhältlich.
Bei Interesse können Sie das Buch auch bestellen per EMail:
buchbestellung@evangelisch-dorp.de

ISBN:3-928956-15-9,

zum Inhaltsverzeichnis
zur  Einleitung


Wer wissen möchte, wie prachtvoll die Inneneinrichtung der Kirche bei ihrer ersten Einweihung 1914 getäfelt war oder was die Solinger Presse zur Wiedereinweihung nach dem Krieg im Jahr 1953 über die Dorper Kirche geschrieben hat, der bekommt nun alle Informationen.

Pünktlich zur dritten Einweihung der Dorper Kirche erscheint das Buch „Die Dorper Kirche. Ein Symbol des bergischen Protestantismus im Aufbruch”. Auf fast 300 Seiten mit mehr als 300 Fotos und interessanten Dokumenten wird in facettenreichen Texten die Dorper Kirche dargestellt – als Bauwerk, als Stätte des evangelischen Glaubens, mutiger Zeugen und bedeutender Kirchenmusik. Dabei wird deutlich, dass die eigenwillige Erscheinung des denkmalgeschützten Gotteshauses von Anfang für Gesprächsstoff gesorgt hat - nicht erst seit der umfangreiche Autoverkehr den Außenputz grau gefärbt hat. So schreiben die Herausgeber um den Solinger Historiker Dr. Horst Sassin in ihrer Einleitung: „Nicht nur durch ihren exponierten Standort, sondern mehr noch durch ihren Baustil (…) ist die Dorper Kirche etwas Besonderes geworden: eine eigentümliche Mischung aus althergebrachtem Trutzbau, moderner Sachlichkeit, traditionellem bergischem Heimatstil und neuem Jugendstil mit Assoziationen an barocke und klassizistische Formen – eine (…) gewagte Mischung, die in der Gemeinde und in der Öffentlichkeit heftige Reaktionen auslöste.”

Das Buch ist es bei der Gemeinde zu erwerben. Eine DVD mit zusätzlichem umfangreichen Bildmaterial und Filmsequenzen eines Vortrags von Pfarrer Johannes Lutze über den „Kirchenkampf” liegt bei.

buch

Die Dorper Kirche zwischen zwei Buchdeckeln:
300 Seiten Kirchen-Geschichte  


 


  Inhaltsverzeichnis: nach oben

Die Dorper Kirche
Ein Symbol des bergischen Protestantismus im Aufbruch

Geleitworte

Einleitung

I. „Ein Gasthaus am Weg“ – Das Leitbild der Gemeinde für Sinn- und Lebenssucher


II. Eine evangelische Kirche für die Solinger Südstadt 1906 bis 1914
1. Planung und Konzept der Predigtkirche zu Krahenhöhe
2. Der Architekt Arno Eugen Fritsche
3. Heimatschutzstil, Jugendstil und bergische Bauweise – Die eigenwillige Architektur der Kirche
4. Entwicklung der Baupläne und Ausführung des Kirchbaus

III. Die Einweihung der Dorper Kirche
1. Die Festschrift von 1914
2. Die Dorper Kirche und ihr baugeschichtlicher Stellenwert
3. Bild- und Zahlensymbolik am Hauptportal
4. Dissonanzen im Kollegium der Solinger evangelischen Pfarrer
5. Das Kirchweihfest vom 19. Mai 1914
6. „… mutet das Haus sehr befremdlich an“

IV. Von der Zerstörung der Kirche 1944 zum Wiederaufbau 1952/53
1. Predigtkirche oder Sakramentskirche? Dorper Kirchenchronik 1944 – 1953
2. Zeitzeugenberichte von der Zerstörung der Dorper Kirche
3. „Sinfonie aus Licht und edlen Formen“ – Die Resonanz auf den Wiederaufbau in der Solinger Tagespresse

V. Die Sanierung der Kirche in den Jahren 2004 bis 2007
1. Von der Schließung der Dorper Kirche bis zum Sanierungsbeschluss – Der Entscheidungsweg des Dorper Presbyteriums 2001 bis 2004
2. Vom Aus für unsere Dorper Kirche zur Initiative
3. Vorbereitende Beratungen des Bauausschusses zur Sanierung der Kirche 2004 bis 2006
4. Sanierung und Umgestaltung der Dorper Kirche 1999 bis 2007
5. Gutachterliche Stellungnahme zur Statik der Dorper Kirche
6. Befall von Holz und Mauerwerk durch Hausschwamm

VI. Die Gestaltung des Altarraums 1914, 1953, 2007
1. Der Prinzipalaufbau 1914
2. Der Chorraum 1953
3. Der vielfältig nutzbare Chor- und Kirchraum 2007

VII. Musikalische Verkündigung in und an der Dorper Kirche
1. Organistendienst bis etwa 1950
2. Kirchenmusikalische Jugendarbeit 1945 – 1959
3. Die Vorgeschichte der Dorper Kantorei
4. Die hauptberuflichen Kantoren der Gemeinde seit 1974
5. Die Dorper Kantorei nach 1974
6. Kirchenmusik ab Sommer 2004
7. Von der Dorper Kantorei aufgeführte Werke
8. Die Orgeln
9. Die Glocken

VIII. Glaube mit Konsequenz: Einsatz für verfolgte Juden 1933-1945
1. Hintergründe: Antisemitismus und Judentaufen vor 1933
2. Kirche und Antisemitismus im Dritten Reich
3. Solidarität in der Bekenntniskirche
4. Evangelische Kirche und Juden im Zweiten Weltkrieg

IX. Dorper Pfarrer, Pfarrer an der Dorper Kirche
1. Drei Zeitabschnitte
2. Zwei Generationen
3. Ein persönliches Lebensbild von Pfarrer Johannes Lutze
4. Erinnerungen an Pfarrer Lutze

X. Dorper Perspektiven
1. Perspektiven für die sanierte Dorper Kirche
2. Der neue (alte) Mittelpunkt der Gemeinde oder Überlegungen zu Gebäudewirtschaft und Gemeindeentwicklung
3. Perspektiven für die Dorper Kirchenmusik

XI. Chronik des Dorper Pfarrbezirks und der Dorper Gemeinde

Bildnachweis

Die Autorinnen und Autoren

Anlage: DVD
 


  Einleitung: nach oben

Wer hätte gedacht, dass die Dorper Kirche, uns so vertraut, etwas Besonderes ist? Der Redaktionskreis, der das vorliegende Buch entwickelt hat, hätte es sich jedenfalls nicht träumen lassen. Zweifellos war und ist die Dorper Kirche als Zentrum der evangelischen Kirchengemeinde Solingen-Dorp ein Heimatort für die Gemeinde. Erst unsere Forschungen in den Quellen, insbesondere im Archiv des Gemeindeamtes (Evangelisches Kirchenarchiv Solingen), haben uns eines Besseren belehrt, und diese neuen Erkenntnisse wollen wir unseren Lesern weitergeben.
Im Jahre 2003, als drohende Einsturzgefahr neue Entscheidungen über das Schicksal des Bauwerkes erforderlich machte, war auch der Gedanke abzureißen durchaus präsent. Sicher, ein Abriss und ein Ersatz durch einen modernen Zweckbau hätte sofort einige funktionelle Raumprobleme lösen können, die heutige Arbeit in Kirche und Gemeinde erforderlich machen. Vor einem zu rasch entschiedenen Abriss bewahrten uns zunächst einmal die hohen Abrisskosten.
Der Dorper Gemeinde und vielen Solinger Bürgern bedeutet ihre Kirche ein Stück Heimat. Das zeigt der Aufbruch im Jahre 2003, als es um das weitere Schicksal des einsturzgefährdeten Bauwerkes ging: Eine große Spendenbereitschaft, viel Phantasie für Sponsoring und bewundernswerte vielfältige ehrenamtliche Hilfen wurden in Gang gesetzt. Diese einzigartige Aktivität brachte den Wunsch der Solinger Bürger zum Ausdruck: Wir brauchen diese Kirche, sie soll saniert werden und erhalten bleiben.
Nicht nur durch ihren exponierten Standort, sondern mehr noch durch ihren Baustil, der im Außenbereich seit der Erbauung der Kirche fast hundert Jahre lang erhalten geblieben ist, ist die Dorper Kirche etwas Besonderes geworden: eine eigentümliche Mischung aus althergebrachtem Trutzbau, moderner Sachlichkeit, traditionellem bergischem Heimatstil und neuem Jugendstil mit Assoziationen an barocke und klassizistische Formen – eine, was die neueren Stilelemente betrifft, für damalige Verhältnisse gewagte Mischung, die in der Gemeinde und in der Öffentlichkeit heftige Reaktionen auslöste. Die Vor- und Frühgeschichte der Dorper Kirche war damit auch von Kontroversen zwischen „Positiven“ und „Liberalen“ geprägt, die weit über Solingen hinaus ausstrahlten.
Zwanzig Jahre später, zu Beginn der Diktatur des Dritten Reiches, wurde der neue Pfarrer Johannes Lutze (aus dem Dorper Pfarrbezirk Böckerhof) Leiter der Bekennenden Kirche im Kirchenkreis Solingen, die sich gegen die Nähe der „Deutschen Christen“ zum nationalsozialistischen Staat verwahrte. Das Ringen um die Mehrheit im Presbyterium und um die innere Haltung eines jeden Presbyters fand in Pfarrer Lutze einen unbeugsamen Bekenner.
Wiederum rund ein Jahrzehnt später, 1944, wurde die Dorper Kirche Opfer des Bombenkrieges, und es dauerte einige Jahre, bis die Wiederinstandsetzung in Angriff genommen werden konnte. Auf den im Bergischen Land charakteristischen Aufbau der drei Prinzipalstücke im Angesicht der Gemeinde folgte nun ein schlicht ausgestatteter Kirchenraum, wie ähnliche mehr in dieser Zeit in Solingen entstanden (die Stadtkirche, die evangelische Kirche Widdert, die Kirche der freien evangelischen Gemeinde Oststraße). Das Besondere an dem 1953 wiedereröffneten Dorper Kirchraum war seine spirituelle Funktion als Fluchtlinie zwischen dem Ehrenhallen-Vorraum, der das Gedenken an die Opfer des Zweiten Weltkrieges wachhielt und der über das im Altarraum zentrierte Kreuz und die Offenbarungsfenster sinnfällig mit dem sich anschließenden Friedhof Grünbaumstraße verbunden war.
Als die Dorper Gemeinde am 1. Januar 1961 durch die Teilung der zu groß gewordenen Kirchengemeinde Solingen entstand, fand auch bald die Chorarbeit in der Dorper Kantorei die Gestalt, deren kirchenmusikalische Leistung das Musikleben der Stadt über Jahrzehnte nachhaltig prägte. Bis heute ist die kirchenmusikalische Arbeit in breiter Form ein wesentliches Kennzeichen der Dorper Gemeindearbeit geblieben.
Die „Baustelle Dorper Kirche“ machte signifikant 2002, 2003 und erneut 2005 bis 2007 deutlich, wie eine Gemeinde lebendig wird: kirchlich gebundene und kirchenfernere Menschen waren gemeinsam unermüdlich und mit Freude im Einsatz für diese Kirche und erfuhren letztlich so etwas von der verbindenden und stärkenden Kraft des Geistes Gottes.
Worum geht es in diesem Buch?
Intensiv hat der Redaktionskreis sich darum bemüht, wesentliche Aspekte der Baugeschichte der Dorper Kirche zu erarbeiten. Von Anfang an war aber auch die Gemeinde selbst ein Thema unserer Arbeit. Die Wiederinstandsetzungspläne, die nicht nur architektonischer, sondern auch konzeptioneller Natur waren, wiesen von Anfang an auf die Gemeinde als das Zentrum aller Überlegungen hin. Dies umso mehr, als die Dorper Gemeinde durch die Riesenaufgabe der Kirchensanierung bis dahin ungeahnte, schlummernde menschliche Reserven mobilisieren konnte, die ganz wesentlich zum Gelingen des Projekts beigetragen haben. Insofern schildert das Buch Leben und Wirken in der Dorper Gemeinde und die Geschichte ihrer Kirche auch als Teil des Lebens in der Geschichte unserer Stadt Solingen.
Diese Überlegungen finden sich auch in der Gestaltung des Buches wieder. Über das aktuelle Leitbild der Gemeinde als einladendes „Gasthaus“ für Sinn- und Lebenssucher gibt das Kapitel I Auskunft. Allein fünf Kapitel sind schwerpunktmäßig unterschiedlichen Gesichtspunkten des Kirchenbaus gewidmet. Die Kapitel II und III stellen die Vor- und Frühgeschichte der Dorper Kirche vor, die damals schon im modernen Sinn Gemeindezentrum sein sollte. Der Kirchraum selbst war 1913/14 als Predigtkirche konzipiert, die dem Zeitgeschmack entsprechend mit Ornamenten des Jugendstils reichlich geschmückt war und sich mit ihrer architektonischen Gestaltung an die Umgebung, das Bergische Land, anpasste. Wer war der Architekt und warum baute er nicht im herkömmlichen Stil mit spitzem Turm? Und was erwarteten die Solinger Bürger zu der Zeit von ihrem Kirchenneubau? Aus heutiger Sicht ist das Bauwerk als Dokument der Bauweise vor über 90 Jahren für uns von herausragender architekturhistorischer Bedeutung. Das Kapitel IV konzentriert sich auf die Beschädigung der Dorper Kirche 1944, die Jahre der Notkirchen in Keller-, Firmen- und Gemeinderäumen und die Wiederinstandsetzung der zwischenzeitlich weiter verfallenen Kirche bis 1953. Das Kapitel V erschließt die letzten Jahre (2002-2007); es beleuchtet die schwierige Situation nach der Entdeckung der alten Bauschäden, die Entwicklung zu der Entscheidung für die Renovierung und die vielfältigen Aktivitäten, die in der Gemeinde damit ausgelöst wurden. Hier spielen auch die konzeptionellen Überlegungen eine Rolle, die sich im Leitbildprozess und im Gemeindeentwicklungsprozess niedergeschlagen haben. Zusätzlich befasst das VI. Kapitel sich mit den unterschiedlichen Konzeptionen des Altarraums 1914, 1953 und 2007.
Der reichhaltigen kirchenmusikalischen Verkündigung widmet sich das Kapitel VII. Das Kapitel VIII geht auf einen Prüfstein der Kirchengeschichte gerade im 20. Jahrhundert ein, die Frage nach der christlichen Haltung gegenüber den Juden unter der nationalsozialistischen Verfolgungspolitik. Hier zeigt sich, wie direkt diese Sache auch die Gemeinde Solingen anging. Im Kapitel IX werden zum einen die Pfarrer, die ihren Bezirk im Bereich der (späteren) Dorper Gemeinde hatten und haben, im Überblick vorgestellt. Zum anderen wird der langjährige Pfarrer Johannes Lutze (1932-1967), in dessen Amtszeit der Kirchenkampf im Dritten Reich, die Neugestaltung der Dorper Kirche 1953 und die Selbstständigkeit des Dorper Gemeindebezirks 1961 fallen, mit zwei Beiträgen näher bedacht. Das Kapitel X wiederum stellt die jüngsten Perspektiven unmittelbar vor dem Abschluss der Innensanierung der Dorper Kirche dar.
Die Chronik am Schluss des Bandes soll einerseits einen Überblick über die Gemeindegeschichte verschaffen und dabei auch Gesichtspunkte, die in den Darstellungen dieses Buches keinen Raum gefunden haben, berücksichtigen, andererseits soll sie mit ihren Verweisen auf Kapitel und Unterkapitel einen zusätzlichen Zugang zu den Themen dieses Buches vermitteln. Dem Band ist eine DVD angefügt, die zahlreiche, bisher zum Teil unbekannte Bilddokumente aus der Geschichte der Dorper Kirche präsentiert, die mit Musikbeispielen aus Konzerten der Dorper Kantorei unterlegt werden; als Besonderheit werden auch Ausschnitte einer Filmaufnahme von Johannes Lutze aus dem Jahr 1986 gezeigt, wo er sich im Rahmen eines Geschichtsprojekts der Hauptschule Krahenhöhe zu seinen oppositionellen Aktivitäten im Dritten Reich geäußert hat.
Die Redaktion steht als Ganze für den Inhalt dieses Buches ein. Die Verfasser der einzelnen Beiträge werden am Schluss des Buches gesondert aufgeführt.
„Eine Kirchengemeinde ist eine Baustelle – immer im Wandel.“ Dieser Satz unseres Dorper Pfarrers Jo Römelt beweist sich an der in diesem Buch dargestellten Geschichte. Wichtiger noch ist seine kreative Bewahrheitung in der Zukunft, nachdem die Umgestaltungs- und Sanierungsarbeiten an der Kirche abgeschlossen sind.
Unser Dank gilt allen, die zum Gelingen des Buches beigetragen haben. Neben den Autoren, die nicht zur Redaktion zählen, sind dies insbesondere der Leiter des Evangelischen Kirchenarchivs Solingen, Gerd Weiland, der uns bei vielfältigsten Problemen und Fragen immer hilfreich zur Hand ging; der Förderkreis „Initiative Rettung Dorper Kirche e.V.“, der die Herausgabe des Buches übernommen hat; die Mitarbeiterin des Gemeindeamtes für den Bezirk Dorp, Iris Schmitz-Görtz, die für uns immer ansprechbar war; Karl-Heinz Broch, der uns den Film mit Johannes Lutze überließ; alle Menschen, die und mit Privatfotos aus der Klemme geholfen haben; Harald Hambloch, der uns als Mitarbeiter der Firma Walbusch GmbH & Co KG seine beruflichen Erfahrungen hinsichtlich der Gestaltung von Buch und Titelblatt zuteil werden ließ; und nicht zuletzt Frau Karin Riech, die uns unsere Redaktionssitzungen in einer sehr angenehmen, einladenden Atmosphäre ermöglichte.
Ein besonderer Dank gilt den Sponsoren, die die Publikation des Buches wesentlich erleichtert haben: dem Landschaftsverband Rheinland, der Bezirksvertretung Solingen-Mitte, den Firmen Martor KG, Carl Lorenz GmbH & Co KG, Walbusch GmbH & Co KG, Brangs + Heinrich GmbH.

Horst Sassin, Peter Riech  

nach oben